Child's Dream

Von Lukas und Michi

Unsere achtmonatige Europa-Asien-Veloreise brachte uns durch mehrere Länder, in denen ein grosser Teil der Menschen in bitterer Armut leben. Auf unseren Rädern bekamen wir ihr Elend hautnah mit. Immer wieder wurden wir jedoch überrascht, wie freundlich und wohlwollend die Menschen uns gegenüber waren, obwohl ihr Alltag offensichtlich sehr schwierig ist. Es kam sogar vor, dass wir Früchte von Leuten geschenkt bekamen, die selbst kaum etwas besassen. Deswegen stellten wir uns immer wieder die Frage, wie wir den Menschen helfen und ihnen etwas von dieser Gastfreudschaft zurück geben könnten.

Bald kam uns die Idee, eine Hilfsorganisation vor Ort zu unterstützen, die wir eventuell sogar besuchen könnten. Die Tätigkeitsbereiche der verschiedenen Organisationen sind jedoch sehr unterschiedlich, weshalb wir uns erst einmal für ein Themenfeld entscheiden mussten. Vor allem in Indien und in Südostasien fielen uns die vielen Kinder auf. Die Kinder sind die Zukunft jedes Landes und deshalb möchten wir in erster Linie sie unterstützen. Bildung ist von zentraler Bedeutung. Mit der Fähigkeit einen Beruf auszuüben, kann die Gemeinschaft unterstützt werden. 

In Siem Reap, Kambodscha, suchten wir intensiv nach einer geeigneten Hilfsorganisation. Bald fanden wir die Homepage von Child’s Dream. Die Schweizer Organisation ist in der Mekong-Sub-Region tätig und damit in den Ländern Thailand, Myammar (Burma), Kambodscha und Laos. Die Internetseite schien uns sehr informativ und transparent. Das Hauptanliegen der Organisation ist, Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. In manchen Gegenden ist die medizinische Lage jedoch so schlecht, dass viele Kinder alleine aus gesundheitlichen Gründen nicht die Möglichkeit haben eine Schule zu besuchen. Deshalb haben die Child's Dream- Gründer Marc und Daniel diverse Gesundheitsprogramme ins Leben gerufen.

Zufälligerweise hat die Organisation ein Büro in Siem Reap. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen und besuchten die Organisation vor Ort, um so einen Einblick in ihre Arbeit zu gewinnen. Wir kontaktierten Yem Khlok, den Leiter von Kambodscha, der sich sogar an seinem freien Tag bereit erklärte, uns zu treffen. Er lud uns in sein Büro ein und erzählte uns viel über die Vorgehensweise der Organisation und die Projekte in Kambodscha. Für den Fokus Grundausbildung baut die Organisation in erster Linie Primarschulhäuser, Lernzentren und Unterkünfte. Ausserdem versorgt sie die Kinder mit dem nötigen Schulmaterial. Berücksichtigt werden in erster Linie die ärmsten und abgelegensten Teile eines Landes. Bei der Umsetzung ihrer Projekte ist Child’s Dream die Zusammenarbeit mit den Einheimischen vor Ort wichtig. Ein Schulhaus wird nur gebaut, wenn die Dorfbewohner aktiv mithelfen und sich beispielsweis um den Zaun um das Schulgebäude herum kümmern. Nahezu alle Mitarbeiter der Organisation sind Einheimische aus demjenigen Land, in welchem die Projekte lanciert werden. Ihnen wird es wohl am leichtesten fallen, die Bedürfnisse ihrer Landsleute zu verstehen und mit ihnen die Projekte zu besprechen. 

Mit Yem Khlok vor dem Büro von Child's Dream
Mit Yem Khlok vor dem Büro von Child's Dream

Yem lud uns ein, ihn am nächsten Tag bei seiner Arbeit zu begleiten. Zusammen besuchten wir ein Projekt, das bereits 2009 abgeschlossen wurde. Die Organisation kümmert sich nämlich auch nach der Fertigstellung um ihre Projekte und besucht die Schulen regelmässig. In erster Linie schaute sich Yem die Infrastruktur an und erkundigte sich beim Rektor nach allfälligen Problemen. Diese Schule ist immer noch in bestem Zustand und wird sehr sauber gehalten. Auch die kleine Solaranlage, mit welcher die Dorfbewohner gegen Bezahlung ihre Batterien zu Beleuchtungszwecken aufladen können, funktionierte noch tadellos. Im Anschluss besuchten wir noch zwei weitere Dörfer, die beide neue Schulen bauen wollen. Von der Provinzregierung erhielt Yem die Anfrage und wollte sich die Sache anschauen gehen. Bei der ersten Schule klagte der Rektor über zu wenig Platz und fragte um eine Erweiterung des Gebäudes an. Im zweiten Dorf wollen die Bewohner eine neue Schule ausserhalb des Dorfes bauen, da im Schulgelände an einem grossen Tempel gebaut wird, der für den Unterrichtsbetrieb störend sein wird. Die Mönche würden dann die alte Schule für ihre Zwecke nutzen und dafür das Land für die neue Schule zur Verfügung stellen. Allerdings stellte sich heraus, dass auf diesem Land ausserhalb des Dorfes, aufgrund häufiger Überschwemmungen in den Monsunmonaten, nur sehr aufwändig gebaut werden kann.

Beide Gemeinden werden wohl kaum eine Zusage für die Unterstützung eines Neubaus bekommen. Gemäss Yem fehle die Dringlichkeit und es gäbe Dörfer, in denen die Notwendigkeit einer neuen Schule viel grösser sei. Wir realisierten, dass diese Tätigkeit alles andere als einfach ist. Oft muss man als Helfer die Menschen enttäuschen, wenn die Bedingungen für eine Unterstützung nicht erfüllt sind.

Unsere Erfahrungen mit Child’s Dream waren sehr positiv. Die Organisation scheint ihre Projekte sehr effizient umzusetzen, weshalb auch nur ein kleiner Teil der Spendengelder (2010 waren es 7%) in die Administration fliessen. Unserer Ansicht nach hat sie auch eine ideale Grösse. Es ist der Führung möglich, einen Überblick über alle Projekte zu behalten. Dennoch hat die Organisation die nötige Grösse langfristige Projekte in diesem grossen Gebiet umzusetzen. Aus diesen Gründen, entschieden wir uns, Child’s Dream zu unterstützen. Nach unserer Reise werden wir mehrere Reisevorträge halten, an deren Ende es jeweils eine Kollekte geben wird. Dieses Geld werden wir in vollem Umfang der Organisation Child’s Dream zugutekommen lassen. 

Falls Sie ebenfalls das Gefühl haben, die Tätigkeit von Child’s Dream sei eine unterstützenswerte Sache, können Sie sich unter www.childsdream.org genauer über die Hilfsorganisation informieren. Spenden können Sie auch direkt auf der Webseite: http://childsdream.org/donateChild’s Dream wird sich über jeden Beitrag freuen.

Unsere Erfahrungen mit Child's Dream - Impressionen